Blase & Darm Manager

Vorlage zum Ausdrucken

Miktionsprotokoll — drei Tage, ein Blatt pro Tag.

Wenn eine Ärztin ein Blasentagebuch verordnet, steht man erst mal vor der Frage, was da eigentlich rein soll. Hier ist eine fertige Vorlage samt Anleitung — und was am Ende daraus abgelesen wird.

Miktionsprotokoll als PDF

Vier Seiten A4: eine Anleitung und drei Tagesblätter mit je 22 Zeilen, Spalten für Trinkmenge, Urinmenge, Harndrang, Urinverlust und Katheter, dazu ein Summenfeld pro Tag.

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Wozu das Ganze?

Ein Miktionsprotokoll — umgangssprachlich Blasentagebuch — ist das einfachste und oft aussagekräftigste Untersuchungsmittel in der Urologie. Es kostet nichts, tut nicht weh und liefert etwas, das keine Momentaufnahme in der Praxis liefern kann: wie die Blase über einen normalen Tag hinweg arbeitet.

Deshalb steht es am Anfang, wenn es um häufigen Harndrang, nächtliches Wasserlassen, Inkontinenz oder eine Blasenschwäche geht — und vor jeder Entscheidung über Medikamente oder weitere Diagnostik.

So führt man es richtig.

  1. Drei Tage, nicht einer. Am besten zwei Werktage und ein freier Tag. Ein einzelner Tag kann ein Ausrutscher sein; eine ganze Woche hält kaum jemand durch.
  2. Nichts umstellen. Der häufigste Fehler: In der Protokollwoche plötzlich vorbildlich trinken oder Toilettengänge aufschieben. Dann protokolliert man einen Tag, den man sonst nie hat.
  3. Sofort eintragen. Abends aus dem Gedächtnis wird es unbrauchbar — man erinnert die auffälligen Momente und vergisst die unauffälligen. Das Blatt gehört neben die Toilette.
  4. Messen, wo es geht. Ein Messbecher genügt, oder ein Gefäß, dessen Volumen man einmal ausgelitert hat. Geschätzte Werte kennzeichnen, damit später klar ist, was gemessen war.
  5. Auch die Nacht zählt. Jedes nächtliche Aufstehen notieren, mit Uhrzeit. Das Verhältnis von Tag- zu Nachtmenge ist eine der wichtigsten Größen überhaupt.
  6. Urinverlust mit Umständen. Nicht nur ob, sondern wann: beim Husten, beim Aufstehen, auf dem Weg zur Toilette, im Schlaf. Genau daran unterscheidet man die Formen der Inkontinenz.

Welche Werte als unauffällig gelten.

Diese Zahlen sind Anhaltspunkte für Erwachsene, keine Grenzwerte. Abweichungen allein bedeuten nichts — sie sind ein Anlass, gemeinsam draufzuschauen.

GrößeÜbliche SpanneWoran es liegen kann
Trinkmenge pro Tag 1,5–2 l Deutlich mehr treibt die Frequenz hoch, deutlich weniger konzentriert den Urin und reizt die Blase
Urinmenge pro Tag 1,2–1,8 l Sollte ungefähr zur Trinkmenge passen; große Lücken sprechen für Messfehler
Entleerungen am Tag 4–8 mal Häufiger bei überaktiver Blase, Harnwegsinfekt, Koffein oder Diuretika
Nachts 0–1 mal Mehr kann auf Nykturie, Herz- oder Nierenthemen oder Schlafapnoe hindeuten
Menge pro Entleerung 250–450 ml Kleine Portionen bei gereizter Blase, sehr große bei nachlassendem Blasengefühl
Größte Einzelmenge bis 500 ml Gibt einen Hinweis auf die funktionelle Blasenkapazität

Bei neurogener Blase gelten andere Maßstäbe

Nach einer Querschnittlähmung, bei Multipler Sklerose oder Spina bifida ist das Protokoll besonders nützlich — aber die Zielwerte oben passen nicht. Wer intermittierend katheterisiert, arbeitet mit festen Zeiten statt mit Harndrang, und die entscheidende Größe ist, dass die Einzelportion einen mit dem Behandlungsteam abgesprochenen Wert nicht überschreitet. Zu große Füllmengen belasten die Nieren.

In der Vorlage gibt es deshalb eine eigene Katheter-Spalte. Sinnvoll ist außerdem, Auffälligkeiten wie trüben oder riechenden Urin in der Bemerkungsspalte zu notieren — bei Harnwegsinfekten ist das oft das erste Zeichen.

Nicht abwarten, sondern abklären lassen

Ein Protokoll ist gut, wenn Zeit ist. Bei diesen Zeichen ist keine:

  • Blut im Urin
  • Fieber mit Flanken- oder Rückenschmerzen
  • Kein Wasserlassen möglich trotz starkem Druck
  • Brennen mit Fieber oder Schüttelfrost
  • Plötzlich stark verändertes Blasenverhalten
  • Bei Querschnittlähmung: pochender Kopfschmerz und Schwitzen — Zeichen einer autonomen Dysreflexie

In diesen Fällen bitte direkt ärztliche Hilfe suchen.

Papier oder App?

Papier hat einen echten Vorteil: es liegt sichtbar da und erinnert von selbst. Für drei Tage ist die Vorlage oben völlig ausreichend, und viele Praxen möchten genau das sehen.

Über Wochen wird Papier allerdings mühsam — zusammenrechnen, Blätter sortieren, Verläufe erkennen. Genau dafür gibt es den Blase & Darm Manager: Erinnerungstimer, Eintrag in zwei Sekunden, Summen automatisch, CSV-Export für den nächsten Termin. Alles bleibt auf dem Gerät.